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Santa Eulàrias Strände: Ein ehrlicher Guide für Ibizas entspannte Ostküste

Santa Eulària des Riu ist die einzige Flussstadt der Balearen. Wenn man vom Puig de Missa – der alten Wehrkirche auf dem Hügel – auf die Küste hinabschaut, sieht man sofort, was diesen Ort ausmacht. Hier gibt es keine einsamen Naturstrände, für die man eine halbe Stunde über Schotterpisten rumpeln muss. Die Strände von Santa Eulària sind durchorganisiert, sauber und liegen direkt vor der Haustür. Das ist besonders dann ein Segen, wenn man keine Lust hat, morgens um acht Uhr das Mietauto zu beladen. Wer einfach nur aus dem Hotel stolpern, einen Café con Leche trinken und fünf Minuten später Sand unter den Füßen haben will, ist hier richtig.

Die Strandabschnitte im Detail

Die kilometerlange, gepflasterte Promenade verbindet verschiedene Buchten miteinander. Wer gut zu Fuß ist, kann die gesamte Küstenlinie an einem Vormittag ablaufen.

Platja de Santa Eulària: Das Zentrum

Der Hauptstrand zieht sich direkt an der palmengesäumten Promenade entlang. Der Sand ist fein und hell, das Wasser fällt extrem flach ab. Die Blaue Flagge weht hier jeden Sommer. Zwei Liegen mit Sonnenschirm kosten aktuell um die 14 bis 20 Euro pro Tag – je nachdem, bei welchem Verleiher man landet. Ab 11 Uhr vormittags im Juli wird es hier voll, richtig voll.

Ein kleines Detail, das oft nervt: Die Geldautomaten direkt an der Promenade (besonders die blau-gelben von Euronet) verlangen unverschämte Gebühren von teilweise über vier Euro pro Abhebung. Holt euer Bargeld lieber bei einer regulären Bank eine Straße weiter hinten in der Carrer de Sant Jaume. Und noch etwas: Die kleinen Passagierfähren am Hafen hupen zwar immer pünktlich zur Abfahrt, legen dann aber gerne mal mit 15 Minuten Verspätung ab. Kein Stress, ihr seid auf Ibiza.

Es Niu Blau & S’Argamassa: Raus aus dem Trubel

Wenn man die Promenade in Richtung Nordosten läuft, lässt man die dichten Häuserreihen langsam hinter sich. Nach etwa zwanzig Minuten Fußmarsch erreicht man Es Niu Blau. Der Sandstreifen ist schmaler, dafür wachsen alte Pinien bis fast ans Wasser und spenden echten Schatten – an heißen Augusttagen ein absoluter Lebensretter.

Noch ein Stück weiter östlich beginnt S’Argamassa. Hier mischt sich das Publikum: Einerseits Familien aus den umliegenden Ferienhäusern, andererseits hört man ab mittags oft die Bässe aus dem nahen Beach Club. Der Strand selbst ist erstaunlich unaufgeregt. Wer die Augen aufhält, entdeckt direkt am Wegesrand die steinernen Überreste eines alten römischen Aquädukts, an dem die meisten einfach achtlos vorbeilaufen.

Platja de la Siesta: Über den Fluss

Um zur Platja de la Siesta zu kommen, müsst ihr die kleine Fußgängerbrücke über den Riu de Santa Eulària überqueren. Auf der anderen Seite ändert sich die Atmosphäre sofort. Die großen Hotels weichen kleineren Apartmentanlagen. Der Strand ist windgeschützt und das Wasser oft noch einen Tick ruhiger. Manchmal spült das Meer hier dicke braune Teppiche aus Posidonia-Seegras an. Das riecht an heißen Tagen vielleicht etwas streng, ist aber ein Zeichen für ein intaktes Ökosystem und sauberes Wasser. An den kleinen Chiringuitos zahlt man für ein kühles Estrella-Bier rund 3,50 Euro und kann stundenlang auf die Bucht schauen.

Praktische Tipps für den Strandtag

Santa Eulària macht es einem leicht, aber ein paar Dinge sollte man vorher wissen, um sich unnötigen Ärger zu ersparen.

  • Anreise & Parken: Vergesst die Parkplatzsuche direkt an der Promenade, das endet nur in Frust. Fahrt direkt in die Tiefgarage unter dem Passeig de la Pau (knapp 2 Euro pro Stunde) oder nutzt den großen, staubigen Parkplatz hinter dem Yachthafen. Achtung bei den blauen Linien auf der Straße (Zona Azul): Die Parkwächter verteilen hier gnadenlos Strafzettel, wenn das Ticket auch nur fünf Minuten abgelaufen ist.
  • Aktivitäten auf dem Wasser: SUP-Boards und Tretboote gibt es fast überall zum Mieten. Ein Tipp: Paddelt morgens vor 9 Uhr raus. Dann ist das Mittelmeer spiegelglatt, es gibt kaum Bootsverkehr und man hat die Küste fast für sich allein.
  • Die beste Zeit: Juli und August sind heiß, laut und teuer. Wenn ihr flexibel seid, kommt im späten September oder Anfang Oktober. Das Wasser hat dann noch locker 24 Grad, die Liegen-Verleiher sind entspannter und ihr bekommt abends ohne Reservierung einen Tisch in den Restaurants der Altstadt.
  • Nach dem Strand: Ein Abstecher zum Mercat Nou im Zentrum lohnt sich immer, besonders für frisches Obst oder ein Stück guten Manchego. Wer mittwochs da ist, kann den Hippiemarkt Punta Arabí in Es Canar ansteuern. Fahrt aber besser erst am späten Nachmittag hin, wenn die großen Reisebusse schon wieder abfahren – sonst schiebt man sich nur im Schneckentempo durch die Gänge.

Santa Eulària ist nicht das wilde, unberührte Ibiza der Aussteiger. Es ist aufgeräumt und berechenbar – aber wenn man ehrlich ist, macht genau das diesen Teil der Insel so herrlich unkompliziert.

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