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Portinatx: Der entspannte Norden Ibizas abseits der großen Clubs

Wer die Landstraße C-733 in Richtung Norden fährt, merkt schnell, wie sich Ibiza verändert. Die dichten Kiefernwälder rücken näher an die Fahrbahn, die Kurven werden enger, und irgendwann nach einer letzten Kuppe taucht Portinatx auf. Wo früher Netze geflickt wurden, dominieren heute Familien und Paare, die bewusst nicht im lauten Süden der Insel gebucht haben. Megaclubs sucht man hier vergeblich. Stattdessen gibt es eine überschaubare Promenade, an der ab 23 Uhr meist absolute Ruhe einkehrt, und eine Küstenlinie, die zu den rauesten Ecken Ibizas gehört.

Drei Buchten für jeden Tagestyp

Das Zentrum von Portinatx teilt sich im Grunde auf drei Buchten auf. S’Arenal Gros ist der unangefochtene Hauptstrand. Hier stehen die Tretboote, hier reiht sich Handtuch an Handtuch. Wer im Juli oder August einen guten Platz in Wassernähe will, sollte vor 10:30 Uhr aufschlagen. Zwei Liegen mit Sonnenschirm kosten in der Hochsaison schnell mal 20 bis 25 Euro – bringen Sie also ausreichend Bargeld mit. Apropos Bargeld: Meiden Sie den freistehenden Geldautomaten direkt an der Promenade, der schlägt gerne mit gut 4 Euro Abhebegebühr zu.

Direkt nebenan, durch einen kurzen Fußweg verbunden, liegt S’Arenal Petit. Der Sand ist extrem fein und das Wasser fällt so flach ab, dass man gefühlt ewig hineinlaufen kann, was es für Kleinkinder ideal macht. Wer es rauer und felsiger mag, spaziert ein paar Minuten weiter zum Playa Es Portitxol. Der Sandstreifen ist schmaler, aber das Schnorcheln an den seitlichen Felswänden lohnt sich hier deutlich mehr.

Feste Schuhe statt Flip-Flops: Die Küste erkunden

Portinatx liegt am Ende einer Sackgasse. Das bedeutet wenig Durchgangsverkehr, aber auch, dass man direkt von rauer Natur umgeben ist. Die Wanderwege an der Küste sind keine befestigten Spazierwege, sondern steinige Trampelpfade.

Vom Leuchtturm bis zum Schlammbad

  • Punta Moscarter Leuchtturm: Der höchste Leuchtturm der Balearen ist mit seinen schwarz-weißen Streifen kaum zu übersehen. Der Weg dorthin dauert vom Zentrum knapp 40 Minuten und führt über scharfe Klippen. Tun Sie sich den Gefallen und lassen Sie die Badesandalen im Hotelzimmer. Besonders am späten Nachmittag taucht die Sonne die Felsen hier in ein sattes Orange.
  • Cala Xarraca: Fahren Sie mit dem Mietwagen gut fünf Minuten Richtung Süden. Die Bucht ist bekannt für den rötlichen Schlamm am Rand, dem heilende Wirkungen nachgesagt werden. Das echte Problem hier ist allerdings das Parken – im August steht die schmale Zufahrtsstraße komplett voll, weichen Sie also am besten auf den frühen Vormittag aus.
  • S’Illot des Renclí: Noch ein Stück weiter südlich liegt diese winzige Felsbucht. Es gibt nur wenige Liegeplätze auf dem groben Sand, aber das kleine Restaurant oben auf den Klippen serviert exzellenten frischen Fisch, während man direkt auf die alten, holzverschalten Fischerhütten hinabblickt.

Schnitzel und fangfrischer Fisch

Die Gastronomie in Portinatx ist pragmatisch. An der Promenade wechseln sich klassische spanische Lokale mit Läden ab, die offen auf das deutsche und britische Publikum zugeschnitten sind. Es stimmt tatsächlich, was in vielen Reiseführern steht: Sie kommen hier problemlos mit Deutsch durch. Oft liegt die Speisekarte zweisprachig auf dem Tisch, und das Personal an der Promenade wechselt fließend ins Deutsche. Das mag Puristen stören, macht den Urlaub für Familien aber extrem unkompliziert. Wer echtes Insel-Flair auf dem Teller sucht, ignoriert einfach die Burger-Menüs und bestellt einen Bullit de Peix (den traditionellen ibizenkischen Fischeintopf) in den alteingesessenen Restaurants am Rand der Buchten.

Praktische Details für die Planung

Die Anreise: Vom Flughafen (IBZ) bis nach Portinatx brauchen Sie mit dem Mietwagen gute 45 bis 50 Minuten. Die Strecke durch das hügelige Inselinnere zieht sich. Es gibt zwar den Linienbus L20, aber der fährt selten und stoppt an unzähligen Haltestellen – für die Anreise mit Koffern ist das eher eine Geduldsprobe.

Die richtige Reisezeit: Sparen Sie sich den August, wenn Sie wandern wollen. Bei 33 Grad im Schatten macht der Weg zum Leuchtturm keinen Spaß. Ende Mai, Juni und der späte September sind die besten Monate. Das Meer misst dann meist noch angenehme 23 Grad, aber die Strände sind deutlich leerer.

Übernachtung: Der Ort wird von einigen großen Club-Resorts dominiert, die sich oft terrassenförmig die Hänge hinaufziehen. Wer es individueller mag, findet kleine Apartmentanlagen, die sich in den Seitenstraßen oberhalb von S’Arenal Petit verbergen. Ein Tipp: Buchen Sie Ihren Mietwagen direkt für den gesamten Aufenthalt. Ohne Auto sitzen Sie abends in Portinatx fest, da Taxis in diese abgelegene Ecke der Insel oft unverhältnismäßig lange brauchen.

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Fotografie: Biblioteca de la Facultad de Empresa y Gestión Pública Universidad de Zaragoza from Huesca, España, via Wikimedia Commons