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Cala Comte: Türkises Wasser, Felseninseln und der ewige Kampf um den Parkplatz

Wenn man das erste Mal über die staubige Klippe läuft und hinunter auf das Wasser der Cala Comte schaut, glaubt man für eine Sekunde, jemand hätte einen Filter über die Realität gelegt. Das Neon-Türkis knallt so extrem, dass es fast unwirklich wirkt. Aber machen wir uns nichts vor: Im August teilen Sie sich diesen Anblick mit gefühlt der halben Insel. Wer an diesen Strand kommt, um völlig ungestört zu sein, ist am falschen Ort. Trotzdem fahre ich jeden Sommer mindestens einmal her. Man muss nur wissen, wie man den Ausflug richtig angeht, um das absolute Chaos zu umschiffen.

Die Landschaft und der Blick auf die Inseln

Die Cala Conta – so steht es meistens auf den alten Straßenschildern – ist kein endloser Sandstrand. Sie besteht aus mehreren kleinen Buchten, die durch flache, rötliche Felsvorsprünge getrennt sind. Der helle Sand sorgt zusammen mit dem flachen Untergrund für diese karibischen Wasserfarben, von denen auf Ibiza alle reden.

Draußen am Horizont liegen die markanten Felsinseln Es Bosc und Sa Conillera. Sie blockieren den offenen Wellengang und geben dem Meer Struktur. Ab etwa 19 Uhr beginnt hier das eigentliche Spektakel. Hunderte Leute versammeln sich auf den Felsen, um die Sonne hinter den Inseln versinken zu sehen. Bringen Sie sich ein kaltes Dosen-San-Miguel aus dem Supermarkt mit, suchen Sie sich rechtzeitig ein Stück flachen Fels und schauen Sie zu. Es ist laut, es wird geklatscht, aber die Lichtstimmung ist jeden Abend wieder großartig.

Restaurants, Liegen und die Sache mit dem Platz

Vergessen Sie die Idee, hier im Juli mittags spontan einen Tisch für vier Personen zu bekommen. Die beiden großen Spots am Strand erfordern Planung:

  • Sunset Ashram: Das Restaurant thront wie eine aus rotem Lehm gebaute Burg direkt auf den Klippen zwischen den Buchten. Die DJ-Sets am Abend sind legendär, die Cocktails liegen bei saftigen 16 bis 18 Euro. Die indisch-mediterrane Karte ist gut, aber man zahlt definitiv die Aussicht mit. Wer hier zum Sonnenuntergang sitzen will, muss in der Hauptsaison Wochen im Voraus reservieren.
  • Ses Roques: Liegt am rechten Rand der Bucht, ist minimal ruhiger und fokussiert sich auf klassische Inselküche. Wer mittags eine vernünftige Dorade oder Paella essen möchte, ist hier deutlich besser aufgehoben.

Unten im Sand können Sie Liegen und Schirme mieten (rechnen Sie mit etwa 10 Euro pro Stück), aber das Kontingent ist winzig. Wer nach 10:30 Uhr ankommt, breitet sein Handtuch zwangsläufig auf den flachen Steinen neben dem Sand aus. Noch ein wichtiger Tipp: Bringen Sie ausreichend Bargeld für Tretboote oder kleine Snacks direkt aus der Stadt mit. Der einzige freistehende Geldautomat oben am Rand funktioniert nur gefühlt jeden dritten Tag und zieht einem ansonsten fast 4 Euro Abhebegebühr aus der Tasche.

Anreise: So kommen Sie hin

Die Bucht liegt im äußersten Südwesten, grob 15 Autominuten von Sant Antoni entfernt. Der Weg dorthin ist eigentlich simpel, aber die letzten Meter haben es in sich.

  • Mietwagen: Der riesige, unbefestigte Parkplatz oberhalb der Klippen kostet in der Saison eine Gebühr von rund 5 Euro. Im späten Juli und August stauen sich die Autos hier oft schon am späten Vormittag auf der einspurigen Zufahrtsstraße. Kommen Sie entweder vor 10 Uhr morgens oder erst gegen 18 Uhr, wenn die ersten Familien bereits einpacken.
  • Bus: Die Linie 32 fährt von Sant Antoni direkt zur Bucht, die Linie 23 startet in Ibiza-Stadt. Das Ticket kostet nur ein paar Euro und erspart einem die nervenaufreibenden Wendemanöver auf dem Staubparkplatz. Achten Sie nur penibel auf den Fahrplan – der letzte Bus nach dem Sonnenuntergang ist gnadenlos überfüllt.
  • Fähre: Von der Hafenpromenade in Sant Antoni fahren kleine Wassertaxis rüber. Die Fahrt dauert knapp 40 Minuten, kostet hin und zurück etwa 12 Euro und ist eigentlich die entspannteste Art, anzukommen – auch wenn die kleinen Boote gefühlt nie pünktlich ablegen.

Das sollten Sie vor dem Besuch wissen

Die Cala Comte ist komplett ungeschützt. Es gibt keine Pinien, die bis an den Strand reichen, und keinen natürlichen Schatten. Wer keinen eigenen Schirm mitbringt und keine der festen Liegen ergattert, brät in der Mittagssonne. Eine Kappe, extrem viel Wasser und ein starker Sonnenschutz sind hier überlebenswichtig.

Durch die vorgelagerten Inseln ist das Wasser sehr flach und meist völlig ohne fiese Unterströmungen. Das macht den Strand extrem beliebt bei Familien mit kleinen Kindern. Wenn Sie sich ganz ans rechte Ende der Bucht verkrümeln, finden Sie zwischen den Steinen oft eine ruhigere Einstiegsstelle zum Schnorcheln. Und falls Sie es sich aussuchen können: Kommen Sie an einem Dienstag oder Mittwoch im späten September. Dann hat das Wasser noch herrliche 25 Grad, das Sunset Ashram spielt immer noch gute Musik, aber Sie können beim Schwimmen tatsächlich wieder den eigenen Gedanken zuhören.

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Fotografie: Ladislaus Hoffner, via Wikimedia Commons