Winter auf Ibiza: Was man in dieser Saison tun und sehen kann Aktivitäten ansehen
Eivissa 30° · Partly cloudy
Reise planen

Cala Aubarca: Der schweißtreibende Weg zu Ibizas wildester Felsbucht

Als ich im vergangenen August an der Cala Aubarca stand, klebte mir das T-Shirt am Rücken, und meine Waden waren von vertrockneten Pinienzweigen zerkratzt. Wer hier unten ankommt, hat sich sein Bad im Mittelmeer hart erarbeitet. Weit weg von den 25-Euro-Cocktails an der Playa d’en Bossa oder den durchchoreografierten Beach-Clubs zeigt Ibiza in dieser Bucht im tiefsten Nordwesten sein unrasiertes Gesicht. Es gibt keinen Sand, keinen Schatten und kein Handynetz. Dafür absolute Stille, die nur vom Knacken der trockenen Äste und dem Klatschen der Wellen gegen massive Felsbrocken unterbrochen wird.

Schlaglöcher, Staub und der Weg ab Sant Mateu

Vergessen Sie die Vorstellung, hier mal eben im Vorbeifahren ins Wasser zu hüpfen. Die Anfahrt beginnt idyllisch an der weißen Dorfkirche von Sant Mateu d’Albarca, doch die Romantik endet abrupt, sobald der Asphalt aufhört. Der Camí de sa Cala ist eine unbefestigte Piste, die den Namen Straße kaum verdient. Die Schlaglöcher sind tief, der rote Staub kriecht durch jede Ritze ins Auto.

Haben Sie einen Standard-Mietwagen wie einen Fiat 500, werden Sie auf den letzten Kilometern bei jedem Aufsetzen des Unterbodens zusammenzucken. Fahren Sie im Schritttempo oder lassen Sie den Wagen direkt an den ersten breiteren Ausweichstellen stehen, bevor der Weg richtig steil wird. Am Ende der Piste gibt es eine staubige Lichtung im Wald, die als Parkplatz dient. Von dort aus geht es zu Fuß weiter. Vergessen Sie Flip-Flops – der Weg hinab ist steil, übersät mit losem Geröll und erfordert feste Turnschuhe. Was oft als „kurzer Spaziergang“ abgetan wird, geht bei 32 Grad im Sommer ordentlich in die Oberschenkel.

Unten angekommen: Felsbrocken statt Sandstrand

Die Cala Aubarca ist rau. Hohe, ockerfarbene Klippen rahmen das Wasser ein, aber einen klassischen Strand suchen Sie hier vergeblich. Stattdessen balancieren Sie über massive, rundgewaschene Steine und meterdicke, getrocknete Schichten von Posidonia-Seegras. Wenn Sie sich hier einfach mit dem nackten Fuß ins Wasser tasten wollen, wünsche ich Ihnen gute Nerven.

Ohne dicke Neopren-Badeschuhe ist der Einstieg ins Meer eine Qual, da die Steine rutschig und scharfkantig sind. Haben Sie diese Hürde jedoch genommen, schwimmen Sie in Wasser, das so klar ist, dass Sie den Grund noch in fünfzehn Metern Tiefe scharf erkennen können. Weil kein Sand da ist, der aufgewirbelt werden könnte, schimmert das Meer hier in einem tiefen, kühlen Türkis.

Schnorcheln zwischen Seeigeln und Felsspalten

Machen Sie es wie die wenigen Einheimischen, die sich hierher verirren: Suchen Sie sich einen möglichst flachen Felsen, breiten Sie ein doppelt gefaltetes Handtuch aus (der Stein ist hart) und lassen Sie sich von der Sonne braten. Das eigentliche Highlight wartet ohnehin unter Wasser.

Die zerklüftete Felslandschaft zieht sich unter der Meeresoberfläche weiter. Packen Sie unbedingt Ihre Taucherbrille ein. Sie schwimmen hier durch kleine Schluchten, in denen sich Schwärme von Brassen sammeln. Passen Sie beim Abstützen an den Felswänden extrem gut auf: Die Spalten sind voll mit schwarzen Seeigeln. Wer mutig ist, findet an den Seiten der Bucht natürliche Plateaus, von denen man direkt ins tiefe Wasser springen kann.

Das sollten Sie im Rucksack haben

Hier gibt es buchstäblich nichts. Kein Kiosk, keine Mülltonnen, keine Strandverkäufer, die gekühlte Getränke anbieten. Sie sind komplett auf sich allein gestellt.

  • Wasser für den Rückweg: Drei Liter pro Person sind das Minimum, wenn Sie im Hochsommer hier sind. Der Aufstieg zurück zum Auto am späten Nachmittag treibt Ihnen den Schweiß aus jeder Pore.
  • Das richtige Schuhwerk: Turnschuhe für den Kletterpfad, Badeschuhe mit fester Sohle für das Wasser. Wer hier mit Strandsandalen anreist, knickt um.
  • Sonnenschutz: Ab Mittag knallt die Sonne senkrecht in die Bucht. Bäume oder Felsvorsprünge, die Schatten werfen, gibt es unten am Wasser nicht.
  • Müllbeutel: Nehmen Sie jede leere Wasserflasche und jeden Pfirsichkern wieder mit nach oben. Die Bucht ist nur deshalb so sauber, weil hier niemand hinter einem aufräumt.

Für wen sich der Aufwand lohnt

Wenn Sie kleine Kinder dabei haben, ohnehin schon Probleme mit den Knien spüren oder einfach nur bequem ein Buch im weichen Sand lesen wollen, streichen Sie die Cala Aubarca von Ihrer Liste. Sie werden den Ausflug verfluchen.

Diese Bucht gehört den Leuten, die den Staub auf der Haut und die Anstrengung in den Beinen als fairen Preis für ein paar Stunden absolute Isolation betrachten. Es ist ein Ort für Leute, die sich ihr Stück Ibiza lieber selbst erarbeiten, statt es sich auf dem Silbertablett servieren zu lassen.

Empfohlene Erlebnisse

Einige passende Erlebnisse zu diesem Thema, direkt online buchbar: