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Cala Jondal: Kieselsteine, teure Cocktails und Ibizas beste Paella

Wer zum ersten Mal an die Cala Jondal im Süden Ibizas kommt, macht meist denselben Fehler: Er zieht die Flip-Flops aus und versucht, heldenhaft barfuß ins Wasser zu stolzieren. Keine gute Idee. Diese Bucht besteht fast vollständig aus faustgroßen, glattgeschliffenen Kieselsteinen. Was für die Fußsohlen anstrengend ist, hat jedoch einen massiven Vorteil: Das Wasser hier ist absurd klar, weil selbst bei Wellengang kein feiner Sand aufgewirbelt wird. Cala Jondal ist Ibiza pur – allerdings die teurere, laute und ziemlich exklusive Version.

Holzstege und Superyachten

Die Bucht wird von rauen, rotbraunen Klippen eingerahmt. Da man auf den Steinen nur mühsam laufen kann, haben die großen Beachclubs lange Holzstege verlegt, die wie kleine Laufstege direkt bis ins Wasser führen. Sobald man im Meer ist, fällt der Grund relativ flach ab. Im Hochsommer, besonders im Juli und August, gleicht der Horizont draußen in der Bucht einem Parkplatz für Superyachten. Kleine Zodiac-Schlauchboote pendeln im Minutentakt zwischen den weißen Schiffen und den Restaurants an Land, was gelegentlich eine leichte Dieselnote in die salzige Meeresluft mischt.

Essen und Trinken: Vergiss die Kühlbox

Die Cala Jondal ist nicht der richtige Ort für ein bescheidenes Picknick auf dem Handtuch. Schon allein deshalb, weil man auf den runden Steinen keine halbe Stunde bequem auf dem Rücken liegen kann. Das Leben spielt sich hier auf den dick gepolsterten Sonnenbetten der Clubs ab.

Tropicana, Blue Marlin und Yemanjá

Am östlichen Ende der Bucht liegt das Tropicana. Es ist der mit Abstand entspannteste Club hier und hat sogar einen kleinen Bereich mit aufgeschüttetem Sand. Die Kellner in ihren weißen Hemden balancieren riesige Pfannen mit Meeresfrüchte-Paella (rechnet mit etwa 35 Euro pro Portion) durch die Reihen. Ein grundsolider Ort für ein langes Mittagessen im Schatten der Pinien.

Ein paar Schritte weiter westlich ändert sich die Atmosphäre schlagartig. Das Blue Marlin ist Ibizas inoffizieller Laufsteg. Wer hier ab 16 Uhr aufschlägt, sucht keine Ruhe, sondern dröhnende Bässe, arrogante Türsteher und Magnum-Flaschen Rosé. Die Cocktails kratzen locker an der 25-Euro-Marke, aber dafür bekommt man erstklassiges People-Watching. Ohne Reservierung läuft hier in der Hochsaison allerdings gar nichts.

Mein persönlicher Favorit liegt direkt dazwischen: das Yemanjá. Es gehört zwar mittlerweile zu den gleichen Betreibern wie das Blue Marlin, hat sich aber den Fokus auf richtig gutes Essen bewahrt. Es ist eines der wenigen Restaurants auf der Insel, das 365 Tage im Jahr geöffnet hat. Probiert den Bullit de Peix, den traditionellen ibizenkischen Fischeintopf. Die rustikalen Holztische stehen hier so nah am Wasser, dass einem bei Flut fast die Füße nass werden.

Praktische Infos für den Trip

Von Eivissa (Ibiza-Stadt) fahrt ihr über die PM-803 in knapp 20 Minuten hierher. Kurz nach dem Flughafen geht es links ab. Der Weg ist gut ausgeschildert, aber macht euch auf eine staubige Ankunft gefasst. Der offizielle Schotterparkplatz am Ende der Straße ist winzig.

Wenn ihr im August nach 12 Uhr mittags ankommt, ist der öffentliche Parkplatz garantiert voll. Dann müsst ihr auf die privaten Stellplätze im Pinienwald entlang der Zufahrtsstraße ausweichen. Die Jungs in den Warnwesten verlangen dort meistens 10 Euro in bar fürs Parken.

Tipps fürs Überleben auf den Kieseln

  • Kauft euch Aquaschuhe: Und zwar vorher im Supermarkt, nicht erst am Strand. Barfußlaufen grenzt hier an Reflexzonenmassage für Fortgeschrittene.
  • Das Bargeld-Problem: Bringt ausreichend Euro-Scheine mit, wenn ihr die Liegen oder das Parken bar bezahlen wollt. Es gibt nahe der Clubs zwar einen freistehenden Geldautomaten, aber der schlägt horrende Fremdgebühren auf.
  • Die beste Zeit: Kommt gegen 10:30 Uhr. Dann ist das Wasser spiegelglatt, die Zodiacs der Yachten schlafen noch, und ihr könnt euch aussuchen, wo ihr liegt. Ab 15 Uhr drehen die Clubs die Musik lauter, dann kippt die Stimmung von Strandtag zu Freiluft-Party.
  • Die günstige Alternative: Wer keine 50 bis 100 Euro Mindestverzehr für eine Liege zahlen will, bringt eine dicke, aufblasbare Isomatte mit. Ein einfaches Baumwoll-Strandtuch reicht bei den Steinen definitiv nicht aus.

Wenn euch der Trubel am späten Nachmittag zu viel wird, spaziert einfach ganz ans westliche Ende der Bucht. Dort führt ein schmaler, steiniger Pfad auf die rote Felsklippe hinauf. Von oben könnt ihr das ganze Spektakel aus sicherer Entfernung beobachten – und das kostet ausnahmsweise keinen Cent.

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