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Cala Tarida: Ibizas Westküste zwischen Beachclub-Beats und Familienidyll

Wer an die Westküste Ibizas fährt, landet früher oder später an der Cala Tarida. Der Strand hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Wo früher vor allem Einheimische und Familien mit Kühlboxen den Ton angaben, dominieren heute im zentralen Bereich weiße Bali-Betten und Lounge-Musik. Doch das Schöne an dieser fast einen Kilometer langen, halbmondförmigen Bucht ist: Sie ist groß genug für beide Welten. Ich war zuletzt Ende September hier. Der Sand ist tatsächlich so fein, wie behauptet wird, und das Wasser fällt so extrem flach ab, dass man gefühlt ewig hineinlaufen kann, bevor man schwimmen muss.

Zwei Welten an einem Strand

Das Layout der Bucht ist ihr größter Trumpf. Im mittleren Abschnitt stehen die Liegen dicht an dicht. Hier balancieren Kellner gut gekühlte Drinks durch den Sand, und man zahlt für den Service direkt am Platz. Wenn man das lebhafte Treiben mag und das Urlaubsbudget es zulässt, ist man hier genau richtig.

Wer sich das Geld sparen will oder einfach Ruhe sucht, schnappt sich sein Handtuch und spaziert an die Ränder der Bucht. Vor allem am südlichen Ende bei den flachen Felsen wird es deutlich entspannter. Hier findet man auch im August noch Platz für seinen Sonnenschirm. Da der Sandboden hier besonders flach ins Meer übergeht, ist diese Ecke der absolute Favorit für Eltern mit kleinen Kindern, die gefahrlos im Wasser planschen können.

Aktivitäten rund um die Bucht

Der Strand ist extrem gut erschlossen. Das bedeutet zwar weniger unberührte Natur, aber dafür wird einem auch garantiert nicht langweilig.

  • Strandclubs & Gastronomie: Der bekannte Cotton Beach Club thront unübersehbar über der Bucht. Die Aussicht von der Terrasse ist stark, aber stellen Sie sich auf Preise von 30 bis über 50 Euro für eine Liege ein – Reservierung im Hochsommer zwingend erforderlich. Unten im Sand gibt es ein paar bodenständigere Alternativen, aber auch hier zahlt man die typischen Ibiza-Preise für die Bequemlichkeit.
  • Wassersport: Mitten am Strand finden Sie einen Verleih für Jetskis und die klassischen Bananenboote. Wer schwindelfrei ist, kann sich beim Parasailing an einen Fallschirm hängen lassen. Das kostet meist um die 50 bis 60 Euro für einen kurzen Flug, aber der Blick von oben auf die Buchten der Westküste ist das Geld wert.
  • Bootsausflüge: Am kleinen, etwas wackeligen Holzsteg legen regelmäßig die kleinen Taxiboote ab. Sie fahren zur felsigen Cala Molí oder zur Höhle Ses Fontanelles. Kleiner Tipp: Die Boote haben oft 15 bis 20 Minuten Verspätung. Werden Sie also nicht nervös, wenn zur angegebenen Zeit nur Möwen auf dem Steg sitzen.
  • Klippenspaziergang: Die Felsen links und rechts der Bucht eignen sich gut, um sich ein wenig die Beine zu vertreten. Ziehen Sie dafür besser feste Schuhe statt Flip-Flops an, da der Untergrund teilweise scharfkantig und uneben ist.

Anreise und die Sache mit dem Parken

Von Sant Antoni de Portmany fährt man mit dem Mietwagen etwa 15 bis 20 Minuten. Und hier kommt der Haken: das Parken. Es gibt zwar Parkplätze oben auf den Klippen und an der Zufahrtsstraße, aber im Juli und August herrscht hier ab 11 Uhr vormittags das absolute Chaos. Autos quetschen sich in jede freie Lücke auf den staubigen Seitenstreifen. Kommen Sie vor 10 Uhr oder weichen Sie auf den späten Nachmittag aus.

Es fährt auch ein Linienbus, aber der Takt ist eher eine grobe Empfehlung als ein verlässlicher Fahrplan. Wer aufs Taxi angewiesen ist, zahlt von Sant Antoni etwa 20 bis 25 Euro pro Strecke.

Noch eine Warnung: Der Geldautomat oben an der Straße verlangt eine unverschämte Abhebegebühr von fast vier Euro. Nehmen Sie besser vorher ausreichend Bargeld mit, auch wenn die Liegenvermieter und Restaurants mittlerweile fast alle Kartenzahlung akzeptieren.

Wann das Wasser am schönsten ist

Die besten Monate für die Cala Tarida sind ganz klar Ende Mai, Juni und der September. Das Wasser ist dann glasklar und die Hitze erträglich. Eine kleine Besonderheit der Bucht sollten Sie kennen: Wenn der Wind stark auflandig weht und es ordentlich Seegang gab, wird der feine Sand vom Meeresboden aufgewirbelt. Das Meer leuchtet dann nicht türkis, sondern wirkt etwas milchig-trüb. Das ist ein völlig natürliches Phänomen und tut der Wasserqualität keinen Abbruch.

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Fotografie: Gottfried Hoffmann -…, via Wikimedia Commons