Eivissa: die Stadt, nicht die Insel
Ibiza-Stadt — Eivissa auf Katalanisch, der Name, den die meisten Einheimischen tatsächlich verwenden — ist der Ort, an dem die echte Geschichte der Insel lebt, und hat fast nichts mit den Clubs zu tun. Es ist eine funktionierende Hafenstadt mit rund 50.000 Einwohnern, einer UNESCO-gelisteten ummauerten Altstadt und einem Hafen, der seit phönizischer Zeit, seit über 2.500 Jahren, ununterbrochen genutzt wird. Wer die ganze Reise nur Strände und Beach-Clubs erlebt, verpasst den einen Teil der Insel, der alles andere erklärt.
Dalt Vila: die ummauerte Altstadt
Dalt Vila („Oberstadt“) ist der befestigte Hügelkern von Eivissa, umgeben von Mauern aus der Renaissance-Zeit, die im 16. Jahrhundert zur Verteidigung gegen osmanische Überfälle errichtet wurden — noch fast vollständig erhalten und eine der am besten bewahrten Militärbefestigungen dieser Epoche im gesamten Mittelmeerraum. Innen führen enge Steingassen steil hinauf zur Kathedrale, mit Blick zurück auf den Hafen und, an klaren Tagen, bis nach Formentera. Es lohnt sich mehr, langsam zu schlendern, als einer festen Route zu folgen — verlauf dich ruhig ein bisschen.
Sa Penya: das alte Fischerviertel
Direkt unterhalb von Dalt Vila war Sa Penya historisch das Fischerviertel und wurde später zum Zentrum der Hippie- und Boheme-Szene der Insel in den 1960er-70er-Jahren. Heute ist es ein dichtes Geflecht kleiner Läden, Marktstände und Bars — noch immer deutlich ungeschliffener und gelebter als die Marina gleich nebenan.
Die Marina und der Hafen
Die moderne Hafenfront von Eivissa mischt Fischerboote mit Superyachten, und die Promenade entlang ist dort, wo die Stadt abends tatsächlich zusammenkommt — eine andere, ruhigere Energie als der Club-Streifen weiter südlich auf der Insel.
Praktisch: die Stadt besuchen
- Die Gassen von Dalt Vila sind steiles Kopfsteinpflaster — bequeme Schuhe zählen hier mehr als fast überall sonst auf der Insel.
- Die Altstadt bleibt auch nach Einbruch der Dunkelheit interessant, wenn die Tagesausflügler weniger werden und die Mauern beleuchtet sind.
- Das archäologische Museum in Dalt Vila ist ein guter, schneller Weg, um die phönizischen und karthagischen Schichten unter der modernen Stadt zu verstehen.
- Fähren vom Hafen erreichen Formentera in etwa 30 Minuten — ein einfacher Halbtagesausflug, wenn man in der Stadt wohnt.
Eivissa-Stadt ist das eigentliche Zentrum der Insel, auch wenn sie nicht der Teil ist, der auf den Postkarten landet. Gönn ihr mindestens einen halben Tag, bevor es an die Strände geht.