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Platja de Ses Salines: Was Ibizas teuerster Strand wirklich kann

Die Fahrt zur Platja de Ses Salines beginnt meist mit einem staubigen Mietwagen, vorbei an den weißen, flachen Salzbecken im Süden der Insel, die in der flirrenden Sommerhitze fast wie Schnee aussehen. Man riecht diesen Küstenabschnitt, bevor man ihn überhaupt sieht: eine schwere, warme Mischung aus trockenem Pinienholz und extrem salziger Meeresluft. Wer hierher kommt, weiß genau, worauf er sich einlässt. Der Strand ist laut, die Preise sind gesalzen, und der feine Sand klebt am Ende des Tages wirklich überall. Aber genau deshalb fahren wir hin.

Hinter den Dünen: Salz, Sand und brennende Fußsohlen

Der Strand liegt mitten im Naturschutzgebiet. Wenn Sie Glück haben und nicht gerade im knochentrockenen August anreisen, staksen ein paar Flamingos in den flachen Wasserbecken an der Zufahrtsstraße herum. Die meisten Autos rasen achtlos daran vorbei, weil die Insassen sich den besten Platz am Wasser sichern wollen.

Der Sand an der Platja ist puderfein und extrem hell. Was auf Fotos fantastisch aussieht, hat in der Realität ab 14 Uhr einen gewaltigen Haken: Der Boden heizt sich so extrem auf, dass der Weg vom Handtuch zur Wasserlinie einem Barfuß-Sprint über glühende Kohlen gleicht. Das Wasser selbst fällt extrem flach ab. Man muss fast fünfzig Meter hineinwaten, bis man richtig schwimmen kann. Dafür ist das Meer hier absurd klar, fast schon kitschig türkis, und meistens angenehm wellenlos.

Jockey Club und Sa Trincha: Wo das Geld bleibt

Vergessen Sie die Illusion vom einsamen Naturstrand. Ses Salines lebt von seinen Beach Clubs. Wenn Sie vom Holzsteg auf den Strand treten, fängt der Bass sofort an, im Brustkorb zu vibrieren.

Der Jockey Club dominiert den vorderen Bereich. Hier kostet das Set aus zwei Sonnenliegen und einem Schirm im Juli schnell mal 50 Euro aufwärts – wenn man denn ohne Reservierung Wochen im Voraus überhaupt noch etwas bekommt. Das Essen rechtfertigt den Hype allerdings. Der im Ofen gebackene Wolfsbarsch (Seabass) ist fantastisch, schlägt aber auch mit gut 40 bis 45 Euro zu Buche. Die DJs legen schon nach dem Mittagessen auf und die Kellner balancieren Flaschenkühler durch den heißen Sand.

Deutlich entspannter geht es ganz am rechten Ende der Bucht zu. Um zum Sa Trincha zu gelangen, müssen Sie den halben Strand abklappern. Der Vibe ist rauer, die Leute tragen eher verwaschene Band-Shirts statt Designer-Bikinis, und ab 16 Uhr drehen die DJs den klassischen, treibenden Balearic House auf. Wer hier auf den Liegen unter den trockenen Palmenwedeln liegt, hat meist einen angelaufenen Krug Sangria de Cava auf dem kleinen Holztisch stehen.

Parkplatz-Kämpfe und Automaten-Gebühren

  • Die Anreise: Vom Flughafen (IBZ) sind es kaum zehn Minuten. Wer einen Mietwagen hat, biegt auf den unbefestigten, schattigen Parkplatz hinter den Pinien ab. Die Tagesgebühr liegt bei etwa 6 bis 7 Euro. Kommen Sie im Hochsommer nach 11:30 Uhr, stehen Sie in einem hupenden Staub-Stau und der Parkplatz ist dicht. Die nervenschonendere Alternative ist der Linienbus aus Ibiza-Stadt, der Sie für ein paar Euro fast direkt vor dem Strandzugang absetzt.
  • Bargeld und Infrastruktur: Es gibt Duschen und öffentliche Toiletten bei den Clubs. Was Ihnen niemand sagt: Die freistehenden Geldautomaten in Strandnähe verlangen oft unverschämte Gebühren von 4 bis 5 Euro pro Abhebung. Nehmen Sie ausreichend Bargeld aus der Stadt mit. So lassen sich auch die fliegenden Händler, die alle zehn Minuten Melonen oder Sonnenbrillen anbieten, deutlich schneller bezahlen oder abwimmeln.
  • Die echte beste Reisezeit: Sparen Sie sich den August, wenn Sie nicht auf durchgeschwitzte Menschenmassen stehen. Die letzte Maiwoche oder Mitte September sind ideal. Das Wasser hat dann immer noch Badewannentemperatur, aber Sie bekommen mittags spontan einen Platz an der Bar.
  • Der frühe Abend: Gegen 19 Uhr leeren sich die Liegen schlagartig. Die Day-Drinker ziehen weiter Richtung Playa d’en Bossa. Bleiben Sie genau dann sitzen. Die Luft kühlt ab, die Musik wird melodischer, und das Licht über den Salinen wird weich. Einziger Nachteil: Sobald der Wind nachlässt, kommen die Mücken aus den Pinienwäldern. Ein gutes Insektenspray im Rucksack rettet den Abend.

Der ehrliche Strich darunter

Ses Salines ist anstrengend, teuer und in der Saison heillos überlaufen. Wenn Sie abends mit Sand in den Schuhen, leichtem Sonnenbrand auf der Nase und dem unvermeidlichen House-Beat im Ohr über die staubigen Holzplanken zurück zum Auto laufen, wissen Sie trotzdem, warum Sie die 100 Euro für diesen Tag ausgegeben haben. Es gibt auf Ibiza viele ruhigere Buchten, aber dieser Strand liefert genau das ungeschönte, pulsierende Insel-Chaos, für das wir am Ende alle das Flugticket gebucht haben.

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Fotografie: Zavijavah, via Wikimedia Commons