Wer von Sant Carles aus die gewundene Landstraße in Richtung Küste fährt, lässt den dröhnenden Partytrubel Ibizas schnell hinter sich. Es Figueral ist kein unentdeckter Ort – dafür sorgt schon das wuchtige Invisa-Resort auf den Klippen, das die Bucht rahmt. Aber genau das macht diesen Küstenabschnitt im Osten der Insel so verlässlich. Hier gibt es keine VIP-Bereiche mit Mindestumsatz. Stattdessen riecht es nach Sonnencreme, man hört planschende Kinder und das Rauschen des Mittelmeers.
Buddeln, planschen und flaches Wasser
Der Sand ist in Es Figueral etwas dunkler und grobkörniger als an den berühmten Stränden im Süden der Insel. Im Juli und August heizt er sich in der Mittagssonne gnadenlos auf – packen Sie unbedingt Badeschuhe für die Kinder ein. Das große Plus der Bucht ist das extrem flach abfallende Wasser. Man kann gefühlt fünfzig Meter ins Meer hineinlaufen und das kristallklare Wasser reicht gerade einmal bis zur Hüfte. Perfekt also für kleine Kinder, die stundenlang am Ufer spielen wollen.
Der Strand zieht sich über gut 300 Meter und ist durch kleine Felsvorsprünge in verschiedene Abschnitte unterteilt. Am nördlichen Ende warten die typischen Wassersportanbieter. Eine halbe Stunde Tretbootfahren mit integrierter Rutsche kostet aktuell um die 20 Euro. Wer sich aufs Bananaboat trauen will, ist meist mit 15 Euro pro Nase dabei. Es gibt auch ein Beachvolleyballfeld, das allerdings in der Hochsaison oft schon vormittags von den Resort-Animateuren in Beschlag genommen wird.
Schattenplätze und Chiringuito-Preise
Verlassen Sie sich besser nicht auf natürlichen Schatten. Die Pinien stehen oben auf den Klippen, unten am Wasser brennt die Sonne unerbittlich. Wer keinen eigenen Schirm mitschleppen will, kann Liegen mieten. Ein Set aus zwei Holzliegen und einem Strohschirm kostet derzeit etwa 25 Euro am Tag. Ein gut gemeinter Rat: Seien Sie in den Sommermonaten vor 10:30 Uhr da. Danach sind die vorderen Reihen restlos belegt.
Entlang der kurzen Promenade reihen sich ein paar grundsolide Restaurants und kleine Chiringuitos aneinander. Die Preise sind für Ibiza-Verhältnisse fair geblieben. Ein kühles San Miguel vom Fass oder ein Cortado kosten nicht die Welt, und eine ordentliche Portion tortilla de patatas auf die Hand bekommen Sie für rund 6 Euro. Wer sich mittags eine klassische Paella direkt am Strand gönnen will, sollte mit etwa 22 bis 28 Euro pro Person rechnen.
Parken, Anfahrt und der lästige Geldautomat
Die Fahrt von Santa Eulària dauert mit dem Mietwagen knapp 15 Minuten. Direkt am Strand gibt es einen Parkplatz. Der ist zwar kostenlos, aber sehr staubig und im Hochsommer schnell voll. Ab 11 Uhr morgens parken die meisten Autos wild am Straßenrand der engen Zufahrtswege, was das spätere Wenden zu einem kleinen Abenteuer macht.
Noch eine kleine Warnung aus eigener Erfahrung: Nehmen Sie ausreichend Bargeld mit. Die Kartenzahlung fällt in den kleinen Strandbuden bei schlechtem Handynetz gerne mal aus. Der einzige Geldautomat in direkter Strandnähe gehört zum Hotelkomplex und schlägt bei jeder Abhebung unverschämte 3,95 Euro Gebühr auf.
Abstecher zu den Fischerbooten
Wenn die Nachmittagssonne zu sehr brennt, spazieren Sie einfach ganz ans linke Ende der Bucht. Dort liegt der winzige Hafen von Es Figueral. Erwarten Sie keine Yachten – es handelt sich lediglich um ein paar betonierte Schrägen und alte Holzrutschen, über die die Einheimischen ihre kleinen Fischerboote ins Wasser lassen. Hier riecht es nach Seetang und nassem Holz, und es ist deutlich ruhiger als am Hauptstrand.
Auf dem Rückweg ins Hotelzimmer oder zur Finca fahren Sie unweigerlich wieder durch die sanften, von Mandelbäumen gesäumten Hügel des Hinterlandes. Wenn Sie gegen späten Nachmittag aufbrechen, machen Sie unbedingt Halt im nahegelegenen Sant Carles. Ein eiskalter Hierbas-Likör auf der Terrasse der berühmten Bar Anita ist der beste Weg, um den Sand zwischen den Zehen langsam zu vergessen.
Empfohlene Erlebnisse
Einige passende Erlebnisse zu diesem Thema, direkt online buchbar:
Fotografie: Loco2014, via Wikimedia Commons
