Winter auf Ibiza: Was man in dieser Saison tun und sehen kann Aktivitäten ansehen
Eivissa 32° · Mostly clear
Reise planen

Cala Bassa: Strandtage, klares Wasser und der Trubel im Westen Ibizas

Wer im Juli oder August erst um zwölf Uhr mittags an der Cala Bassa aufschlägt, sieht vor allem eines: Handtuch an Handtuch. Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Versuch, hier spontan einen Platz für mein Strandlaken zu finden – keine Chance. Trotzdem fahre ich fast jeden Sommer wieder an diese Bucht an der Westküste Ibizas. Warum? Weil der Sand hier tatsächlich feiner ist als anderswo, das Wasser absurd klar bleibt, selbst wenn Hunderte darin planschen, und der Duft der alten knorrigen Sabina-Kiefern, die bis an den Strand wachsen, einfach nach Sommer riecht.

Anreise und Lage: Wie man hinkommt (und wo man parkt)

Die Cala Bassa liegt nur etwa zehn Autominuten südwestlich der ebenfalls notorisch vollen Cala Comte. Der Weg dorthin ist gut ausgeschildert, aber die letzten Meter können in der Hochsaison etwas nervig werden.

  • Mit dem Auto oder Roller: Von Sant Antoni de Portmany fahrt ihr die PM-803 Richtung Port des Torrent und folgt den Schildern. Der große Parkplatz am Strand ist ein staubiger Schotterplatz und kostet rund 5 Euro für den ganzen Tag. Nehmt nicht den erstbesten inoffiziellen Parkplatz am Straßenrand, sondern fahrt wirklich bis zum offiziellen Platz durch. Wenn ihr allerdings nach 11 Uhr ankommt, steht ihr oft vor einer geschlossenen Schranke.
  • Mit dem Boot: Mein persönlicher Favorit. Von der Hafenpromenade in Sant Antoni fahren kleine Ausflugsboote für etwa 9 Euro pro Strecke direkt in die Bucht. Das erspart die Parkplatzsuche. Stellt euch nur darauf ein, dass die kleinen Holzfähren gerne mal fünfzehn Minuten Verspätung haben und ordentlich nach Diesel riechen – die Fahrt an der schroffen Felsküste entlang macht das aber allemal wett.
  • Mit dem Bus: Die Linie 41 tuckert im Sommer brav von Sant Antoni bis zur Cala Bassa. Kostet knapp 2 Euro, die Klimaanlage funktioniert meistens und man wird fast direkt am Sand abgesetzt.

Zwischen Sandburg und Champagnerkühler: Der Cala Bassa Beach Club

Sobald man den Holzsteg betritt, der durch den Schatten der Pinien führt, wird klar: Die Bucht ist fest in der Hand des Cala Bassa Beach Club (CBbC). Die Anlage zieht sich über die gesamte Länge des Strandes. Das hat Vor- und Nachteile.

Der Vorteil ist die exzellente Infrastruktur. Es gibt saubere Toiletten, Süßwasserduschen und Holzwege, über die man sich nicht die Füße am heißen Sand verbrennt. Das Wasser fällt extrem flach ab, was den Strand zu einem riesigen Planschbecken für Familien macht. Wer allerdings eine der bequemen Holzliegen mieten will, muss tief in die Tasche greifen. Rechnet mit 30 bis 50 Euro pro Liege, in der ersten Reihe oder für die großen Bali-Betten deutlich mehr. Wenn ich mir das Geld sparen will, lege ich mein Handtuch ganz an den rechten oder linken Rand der Bucht nahe der Felsen. Dort ist der Sand genauso weich und man hat etwas mehr Ruhe vor den wummernden Bässen des DJ-Pults, das ab dem frühen Nachmittag House-Klassiker spielt.

Was man im Wasser treiben kann

Wer nicht nur auf dem Rücken liegen möchte, hat ein paar recht handfeste Optionen:

  • Wassersport: Am rechten Rand der Bucht gibt es einen kleinen Verleih. Hier kann man Stand-Up-Paddle-Boards (etwa 20 Euro die Stunde) oder Tretboote mit den obligatorischen Plastikrutschen mieten. Letztere quietschen zwar oft erbärmlich, sind aber ein Garant für beschäftigte Kinder.
  • Schnorcheln: Vergesst die Mitte der Bucht – dort seht ihr nur aufgewirbelten Sand. Schwimmt stattdessen an den Felsen entlang, besonders auf der linken Seite in Richtung Cap de la Bassa. Dort verstecken sich Seeigel, kleine Brassen und in den Felsspalten ab und zu ein Oktopus.
  • Bootstouren: Direkt am Ufer werden gelegentlich kurze Trips entlang der Küste angeboten. Ist machbar, aber ich hebe mir das Bootsbudget lieber für einen richtigen Ausflug nach Formentera auf.

Der Rhythmus der Bucht (und die Wahrheit über den Sonnenuntergang)

Ein typischer Tag hier startet logistisch am besten vor 10:30 Uhr. Mittags holt man sich ein paar Bocadillos am Kiosk, da die Restaurants des Beach Clubs zwar hervorragend sind, aber mit rund 40 Euro für einen Hauptgang auch entsprechend ins Geld gehen.

Ein Detail, das oft falsch kommuniziert wird: Die Cala Bassa wird immer wieder für ihre Sonnenuntergänge gelobt. Tatsächlich verschwindet die Sonne im Hochsommer hier aber oft gar nicht direkt im Meer, sondern hinter der felsigen Landzunge auf der rechten Seite, der Punta de la Bassa. Das Licht ist am späten Nachmittag dennoch grandios. Das flache Wasser leuchtet in einem fast schon unnatürlichen Goldton. Sobald die meisten Familien gegen 18 Uhr ihre Kühltaschen einpacken und der große Ansturm nachlässt, wird die Bucht spürbar ruhiger. Das ist die Zeit, für die es sich lohnt, bis zum Abend zu bleiben.

Für wen passt dieser Strand?

Die Mischung macht diesen Ort aus, auch wenn es ein wilder Mix ist:

  • Familien mit Kindern: Das knietiefe, wellenfreie Wasser am Ufer ist unschlagbar sicher. Tipp: Nehmt einen kleinen Kescher mit, direkt am Strandrand flitzen winzige Fische herum.
  • Gruppen: Wer Lust auf eisgekühlten Sangria de Cava, laute Musik und ein bisschen Sehen-und-Gesehen-Werden hat, ist im mittleren Teil beim Beach Club bestens aufgehoben.
  • Paare: Holt euch am späten Nachmittag zwei kalte Getränke vom kleinen Supermarkt an der Straße, klettert auf die flachen Felsen am Rand der Bucht und schaut zu, wie die Ausflugsboote langsam wieder Richtung Hafen verschwinden.

Man muss die Cala Bassa mit all ihrem Trubel, den Preisen und der Beschallung nehmen, wie sie ist. Wer unberührte Einsamkeit sucht, ist hier falsch. Wer aber einen perfekt organisierten Strandtag mit fantastischem Wasser und einem Soundtrack sucht, der einen unweigerlich in Urlaubsstimmung versetzt, wird hier jedes Jahr aufs Neue sein Handtuch ausbreiten.

Empfohlene Erlebnisse

Einige passende Erlebnisse zu diesem Thema, direkt online buchbar:

Fotografie: Eduardo Pitt from Madrid, Spain, via Wikimedia Commons