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Aquarium Cap Blanc: Ibizas Meereshöhle abseits des Sant-Antoni-Trubels

Aquarium Cap Blanc: Ibizas Meereshöhle abseits des Sant-Antoni-Trubels

Wer im Juli mittags am Strand von Cala Gració in der Sonne brät, sucht irgendwann nur noch eines: Schatten. Genau hier, am Ende eines steinigen Küstenpfads etwas nördlich von Sant Antoni, liegt das Aquarium Cap Blanc. Es ist kein riesiges Sea Life mit Glastunneln und Souvenirshop-Zwang, sondern eine ehemalige Schmuggler- und Hummerhöhle. Wer mit Kindern auf der Insel ist, verbringt hier eine gute halbe Stunde in der kühlen Dunkelheit, in der es nach feuchtem Kalkstein und Salzwasser riecht.

Keine Glasscheiben, sondern eine echte Grotte

Man steigt ein paar steile Stufen hinab und spürt sofort den Temperaturabfall. Die Anlage ist erfrischend simpel gebaut. Über hölzerne Stege läuft man direkt über das Meerwasser, das durch natürliche Felsspalten aus dem Mittelmeer in die Grotte gespült wird. Das Wasser gluckst, die Dielen knarren und sind fast immer nass – Flip-Flops sind hier keine gute Idee, man rutscht auf dem feuchten Holz schnell aus. In den natürlichen Felsnischen schwimmen bunte Lippfische und massiv gebaute Zackenbarsche. In einer dunklen Ecke starrt meist eine Muräne aus ihrem Versteck, während unter den Stegen elegante Rochen ihre Runden ziehen.

Verblichene Schilder und hautnahe Begegnungen

Erwarten Sie keine interaktiven Touchscreens. Die Informationsschilder an den Wänden sind größtenteils auf Spanisch und Katalanisch verfasst und haben durch die hohe Luftfeuchtigkeit schon deutlich bessere Tage gesehen. Wenn die Kinder genau wissen wollen, welcher Fisch da gerade vorbeischwimmt, hilft eigentlich nur die Kamera-Übersetzung auf dem Smartphone. Das funktioniert allerdings nur, wenn man Empfang hat, was unter dem dicken Gestein der Höhle oft nicht der Fall ist. Dem Erlebnis tut das keinen Abbruch. Gerade für Kinder im Grundschulalter ist der Ort faszinierend, weil das zentrale Becken nach oben hin offen ist und man nur Zentimeter von der Wasseroberfläche entfernt steht.

Praktische Infos und der Haken mit dem Parken

Das Aquarium liegt direkt an der kleinen Bucht Cala Gració. Von Sant Antoni aus läuft man etwa 20 Minuten an der Küste entlang. Das ist im Mai oder Oktober wunderschön, wird im August aber zur schweißtreibenden Wanderung ohne Schatten. Wer mit dem Mietwagen kommt, braucht gute Nerven: Der unbefestigte Parkplatz oberhalb der Bucht ist in der Hochsaison ab 11 Uhr morgens meist gnadenlos überfüllt. Oft bleibt nur, das Auto weiter oben im Wohngebiet abzustellen und ein Stück zu laufen.

Eintritt und Öffnungszeiten (Saison 2024)

  • Öffnungszeiten: Von Mai bis Oktober täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Im Hochsommer bleibt das Tor oft etwas länger auf.
  • Eintrittspreise: Erwachsene zahlen 6 Euro, Kinder zwischen 4 und 12 Jahren kommen für 3 Euro rein. Kleinkinder kosten nichts.
  • Zahlung: Nehmen Sie unbedingt Bargeld mit. Das Kartenlesegerät der kleinen Kasse am Eingang streikt regelmäßig, weil die Felswände das Handynetz blockieren.
  • Zeitaufwand: Nach 30 bis maximal 45 Minuten ist man durch.

Was man sonst noch wissen sollte

Direkt über der Grotte gibt es ein kleines Chiringuito mit Terrasse. Der Ausblick auf das Meer und die gegenüberliegende Insel Sa Conillera ist großartig, aber die Preise für ein Eis oder eine einfache Cola sind gesalzen. Kaufen Sie sich lieber vorher in einer Panadería in Sant Antoni ein paar Empanadas oder Bocadillos und setzen Sie sich nach dem Höhlenbesuch einfach auf die flachen Felsen direkt am Wasser. Zum Fotografieren in der Grotte noch ein technischer Tipp: Schalten Sie den Blitz unbedingt aus. Er stresst nicht nur die Fische enorm, sondern reflektiert auch so stark auf der Wasseroberfläche, dass auf den Bildern ohnehin nur weiße Flecken zu sehen sind. Wenn sich die Augen an das schummrige Licht gewöhnt haben, gelingen die Aufnahmen ganz ohne künstliches Licht.

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Fotografie: h.guendra, via flickr